Ab dem 23. September bis am 1. Oktober gibt es ziemlich Action auf dem Thunersee: Die kleinsten Segelboote sind beim Regattaclub Oberhofen (RCO) für ihre Schweizer Meisterschaften zu Gast.
Die Kleinsten sind aber eigentlich die Grössten, denn in keiner der weltweit um die 2000 registrierten Bootsklassen gibt es auch nur annähernd so viele Boote wie bei den Optimisten – oder kurz Optis. Man schätzt die Anzahl Optis weltweit auf über eine halbe Million.
An der SM werden zwischen 120 und 140 Jungs und Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren erwartet.
Zuerst wird während drei Tagen vom 23. – 25. September in der Teamrace SM das beste Clubteam ermittelt. In diesem Wettkampf segeln jeweils vier Boote eines Clubs gegen vier Boote eines anderen Clubs. Das ist besonders spannend und spektakulär, weil im Gegensatz zu «normalen» Regatten dürfen die SeglerInnen eines Teams sich absprechen und einander helfen. Da reicht es nicht, einfach schnell zu segeln, da muss man auch taktisch versiert sein.
Die besten Teams der Round Robin machen den Titel dann in den Finals untereinander aus.
Teamrace stellt besonders für die Schiedsrichter (Umpires) höchste Ansprüche, denn im Unterschied zu den Fleetraces müssen sie hier bei «Fouls» sofort entscheiden. Beim Fleetrace werden dagegen die meisten Proteste am Abend an Land verhandelt. Der RCO hat erfahrene internationale Umpires eingeladen damit der Wettkampf möglichst fair und gerecht ausgeht.
Ab Donnerstag, 28.9. geht es mit der SM weiter, bei der jedes Boot für sich segelt. Wenn mindestens 4 Läufe ausgetragen sind, steht am Sonntag, dem 1. Oktober fest, wer den Titel des Schweizer Meisters 2023 tragen darf. Es könnte auch eine Schweizer Meisterin sein, denn bei den Optis segeln Modi und Giele mit einer einzigen Ausnahme (EM) nicht getrennt.
Der Regattaclub Oberhofen mobilisiert all seine Ressourcen, denn um bei so vielen TeilnehmerInnen, Coaches, Eltern und oft auch Geschwister, Schiedsrichtern und Offiziellen des Segelverbandes einen flotten Ablauf zu ermöglichen, braucht es eine gute Organisation und viele HelferInnen. Die letzte Opti SM im RCO fand vor acht Jahren statt. Damals waren 189 Boote (davon 114 SUI) am Start. So viele dürften es dieses Jahr nicht werden. Das hat vor allem damit zu tun, dass in den letzten Jahren immer weniger ausländische Optis an der SM teilnahmen.
Und was kann von den Optis vom Thunersee erwartet werden?
Das Potential bei unserer aktuellen Generation See-Giele und -Modi ist vorhanden. Für ganz nach vorne dürfte es dieses Jahr eher noch nicht reichen. Wegen der Altersbeschränkung gibt es in der Opti-Szene dauernd Wechsel und entsprechend Schwankungen in der Leistungsstärke. Aber ein Blick ins Archiv zeigt, dass nicht zwingend wer als Opti an der Spitze war, in der späteren Karriere erfolgreich sein wird. Umgekehrt haben die meisten Olympischen SeglerInnen eine Opti-Vergangenheit. Vom Thunersee international erfolgreiche ex-Optis sind und waren unter anderen Maya Siegenthaler, Linda Fahrni, Cyril Schüpbach, Jann Schüpbach, Nick Zeltner, Till Seger, Cedric Schenk, Anja von Allmen, Shana Burger.
Die besten Ergebnisse unserer Locals an einer SM erreichten Jann Schüpbach als Dritter 2013 in Versoix und Nick Zeltner auf Platz fünf an der letzten Heim SM in Oberhofen.
Erfolgreicher war der RCO bei den Teamrace SMs. Da standen die unseren schon drei Mal zuoberst auf dem Podest. 2016, 2020 und 2021.
Nun hoffen wir, dass uns Wind und Wetter günstig gesinnt sind, der Thunersee sein Image als gutes Segelrevier pflegen kann und nebst den Baustellen nicht auch noch das Opti-Gewusel den Verkehr um den Seeplatz zu sehr behindert. Jedenfalls bitten wir um Nachsicht und Verständnis.
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Optimist
Schon vor 75 Jahren ging es älteren Seglern darum, Kinder von der Straße ins Klubhaus und aufs Wasser zu holen. In Florida entwarf der Konstrukteur Clark Mills genau aus diesem Grund ein 2.30 Meter langes Boot mit einem dreieinhalb Quadratmeter großen Segel. Die damals verfügbaren Sperrholzplatten waren eben 2.30 Meter lang. Eigentlich eine Seifenkiste für aufs Wasser, die man gern auch zuhause selber zusammenbaute.
Der Name
Optimist heißt die Jolle nicht etwa, weil man viel Optimismus braucht, um sie zu segeln. Im Gegenteil: Der Opti, so wird das Bötchen meist genannt, ist gutmütig und stabil. Kleine Kinder können in ihm lernen, Jugendliche bei Starkwind Regatten fahren. Der Name kommt schlicht von dem Club, in dem Clark Mills und ein Freund zusammen saßen und den Bau der neuen Jolle beschlossen.
Die Form
Mills hatte die Vorgabe, dass seine Jolle nicht mehr als 50 Dollar kosten sollte (heute: ab 1200 Euro). Darum verzichtete er auf einen spitzen Bug, weil das aufwendiger zu bauen gewesen wäre. So ist der Opti vorne stumpf geworden, was seiner Karriere nicht geschadet hat.
Die Verbreitung
1957 brachte der dänische Olympiasegler Paul Elvström den Opti nach Europa, was die Verbreitung beschleunigte. Heute ist der Optimist in mehr als 80 Ländern eine anerkannte Segelklasse, es gibt weltweit mehr als eine halbe Million Optis.
(Quelle: Berliner Morgenpost)
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Selber Segeln
Kids, die ins Segeln einsteigen möchten, buchen einen Kurs in der Segelschule Thunersee, schreiben sich ins Schulsport Segeln ein oder kontaktieren einen der Clubs am See.
